Kreisverband Schwarzwald-Baar-Kreis


Kreisverbandsvorsitzender:
Robert Strumberger, Bürgermeister a. D.
strumberger.bm@gmail.com
Nächste Kreisversammlung:
2026
Kreisversammlung 2025 - erneut gemeinsam mit dem Kreisverband Rottweil
Vor dem offiziellen Teil der Kreisversammlung am 15.10.2025 gab es Gelegenheit, die Linachtalsperre und das Kraftwerkhaus im schönen Linachtal zu besichtigen.Eine kleinere Gruppe interessierter Mitglieder aus den beiden Landkreisen Schwarzwald-Baar-Kreis und Rottweil nahm an der Führung an der Linachtalsperre in Vöhrenbach und dem kurzen anschließenden Besuch im Kraftwerksgebäude teil.Der Kreisvorsitzende Robert Strumberger führte aus, dass die Linachtalsperre in den Jahren 1922 bis 1925 gebaut wurde, nachdem die Stadt Vöhrenbach im Jahr 1921 den zukunftsweisenden Beschluss zum Bau einer Talsperre gefasst hatte. Der Bau sei seinerzeit unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen (Hyperinflation, knappe Ressourcen) erfolgt und sei durch spezielle Finanzierungsmittel der Stadt (z. B. Ausgabe von Notgeld, verstärkter Holzverkauf aus dem Stadtwald) unterstützt worden, was die Stadt Vöhrenbach seinerzeit finanziell stark belastet habe.
Die Gründe für den Bau der Staumauer seien die Unterstützung der hiesigen Industrie in dieser schweren Zeit gewesen. Zudem habe die Industrie mit dem erzeugten Strom zuverlässig mit Strom versorgt werden sollen, was ohne die Staumauer seinerzeit nicht verlässlich möglich gewesen wäre und zudem die wirtschaftliche Entwicklung behindern hätte können. Auch habe die Stadt unabhängiger werden wollen von den großen regionalen Energieversorgern.Die Linachtalsperre, ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, sei als „aufgelöste“ Staumauer aus Stahlbeton in Bogenweise gefertigt worden – im Unterschied zu einer Schwergewichtsmauer.Die Linachtalsperre in Baden-Württemberg sei ein seltenes und in Deutschland einzigartiges Beispiel einer Schrägzylinder-Sperrmauer und damit ein außergewöhnliches technisches Denkmal. Die Staumauer habe insgesamt 13 Bögen, sei rund 25 Meter hoch, bei einer Kronenlänge von etwa 143 Metern.
Darüber hinaus sei die Wahl der Konstruktion – Beton-Gewölbe mit Pfeilern – natürlich auch eine wirtschaftlich motivierte Entscheidung gewesen, denn so habe man Material gegenüber herkömmlichen Staumauern sparen können und sei damit kostengünstiger geblieben. Gleichzeitig seien Bau und Infrastruktur durch eine große Anzahl von Arbeitern realisiert worden – die Baustelle sei für die Region ein sehr großes Bauprojekt gewesen.Mit der Wasserkraftanlage habe die Stadt langfristig Erträge erzielen wollen, sowohl durch die Stromproduktion als auch durch erhöhte Unabhängigkeit im Energieversorgungsbereich. Die wirtschaftlichen geänderten Rahmenbedingungen (preiswerter Atomstrom) hätten jedoch dazu geführt, dass der erwartete wirtschaftliche Erfolg ausgeblieben sei.
Ab 1925 sei die Talsperre voll funktionsfähig gewesen und habe bis 1969 Strom erzeugt. Dann habe man beschlossen, die renovierungsbedürftige Mauer aus Kostengründen dem geregelten Verfall zu überlassen. Aus Sicherheitsgründen habe man im Jahr 1988 den Stausee abgelassen.
Erst nach dem Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten der Talsperre (Deutschlands komplexeste Staumauersanierung) und der Wiederherstellung, unter anderem der Sanierung der Staumauer und Druckleitung, konnte im Jahr 2007 der vollständige Aufstau des Sees und die erneute Nutzung für Strom- und Freizeitzwecke erreicht werden. Die Gesamtkosten der Sanierung beliefen sich letztendlich auf € 7,2 Mio., von denen ein angemessener Anteil von der Stadtgemeinde aufgebracht werden muss.Seit der vollendeten Wiederherstellung der Staumauer und bei aufgestautem See könne die Mauerkrone des Bauwerks wieder begangen werden, ebenso wie der vom Kraftwerksgebäude um den See führende Wasserkraftlehrpfad, wo Informationstafeln Interessantes zu diesem seltenen und außergewöhnlichen technischen Bauwerk erklärten.
Heute verbinde die Linachtalsperre die Nutzung für erneuerbare Energie, das Landschaftserlebnis und der Tourismus. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und des Lärms, den die Turbinen im Kraftwerksgebäude verursachten, war der dortige Aufenthalt in diesem im Jugendstil sanierten Gebäude nur kurz, aber dennoch beeindruckend.
In der anschließenden Kreisversammlung im „Gasthof zum Ochsen“ in Vöhrenbach begrüßte der Kreisvorsitzende Bürgermeister a. D. Robert Strumberger den Kreisvorsitzenden des Landkreises Rottweil Hans Mauch, sowie Verbandsgeschäftsführer Tilman Schmidt und zahlreiche anwesende Mitglieder und hieß alle herzlich willkommen. Er führte aus, dass im Jahr 2025 mit Jürgen Stephan und Elmar Österreicher 2 sehr langjährige Mitglieder verstorben sind, die auch immer, wenn es möglich war, bei den Kreisversammlungen dabei waren. Der einzige Jubilar des Schwarzwald-Baar-Kreises konnte leider nicht persönlich geehrt werden: Hanspeter Stier ist seit 25 Jahren Mitglied im Verband.
In seiner berufspolitischen Rundschau ging der Geschäftsführer Herr Schmidt auf die wichtigsten Forderungen des VdV und die erreichten Erfolge des Verbands in jüngster Zeit ein. In seinem Referat und bei der anschließenden Aussprache wurden die langen Beihilfebearbeitungszeiten, die anstehenden Tarifverhandlungen, zunehmende Angriffe aus der Politik auf den Beamtenstatus und auch Ausbildungsfragen an den Hochschulen diskutiert.
Die gemeinsame Kreisversammlung der Kreisverbände Schwarzwald-Baar-Kreis und Rottweil hatte sich erneut als eine gute Veranstaltung mit spannendem Programm, wichtigen Informationen und gutem Austausch in geselliger Runde erwiesen. Eine Fortsetzung der gemeinsamen Aktionen auch in künftigen Jahren ist geplant.