Kreisverband Schwäbisch Hall

Christoph Maschke

Kreisverbandsvorsitzender:
Christoph Maschke, Bürgermeister
christoph.maschke@untermuenkheim.de

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Kreisversammlung 2019


In diesem Jahr hatten der Kreisvorsitzende Christoph Maschke und der stellvertretende Kreisvorsitzende Paul-Joachim Wagner am 2. Juli 2019 nach Crailsheim – der zweiten Großen Kreisstadt im Landkreis – eingeladen. Rund 25 aktive und Ruhestandsmitglieder waren der Einladung gefolgt. Treffpunkt war um 15:00 Uhr am Marktplatz in Crailsheim, wo wir von Stadtarchivar Folker Förtsch empfangen wurden. Rund 1 Stunde nahm er uns in die Geschichte der Stadt Crailsheim mit. Crailsheim gehört zu den Städten in Baden-Württemberg, deren äußeres Erscheinungsbild heute nur noch sehr wenig mit der alten Stadt aus Vorkriegszeiten zu tun hat. Ursache dafür war die fast vollständige Zerstörung der Innenstadt in der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Sie ging in die Geschichte als die Schlacht um Crailsheim ein. Wie viele Klein- und Mittelstädte Süddeutschlands wurde auch Crailsheim im Laufe des Jahres 1944 zum Ziel alliierter Luftangriffe, die nur verhältnismäßig geringe Schäden verursachten. Im Februar 1945 wurde Crailsheim Ziel eines Luftangriffs mit schweren Bombern, der den Bahnhof und Wohnhäuser traf. Es folgten weitere Bombardements. Anfang April 1945 wurde Crailsheim durch das schnelle Vordringen der amerikanischen Truppen direkter Kriegsschauplatz. Am 6. April erfolgte die Besetzung Crailsheims durch die US-Armee. Durch Gegenangriffe wurde die US-Armee nach 4 Tagen zum Rückzug gezwungen und es folgte die Rückkehr deutscher Soldaten und SS-Kommandos in ein Gebiet, in dem man den Krieg schon überstanden geglaubt hatte. Der Terror des alten Regimes gegen die eigene Zivilbevölkerung traf vor allem Personen, die mit weißen Fahnen ihren Ort übergeben hatten oder die denunziert wurden, mit den Amerikanern kooperiert zu haben. Am 20. April 1945 erreichten die US-Truppen Crailsheim erneut und nahmen es am 21. April zum zweiten Mal ein. Die Rückeroberung und die endgültige Besetzung gingen mit massivem Beschuss und weiteren Luftangriffen einher, die die fast vollständige Zerstörung der Stadt verursachte. Bis zu 200 Menschen (Soldaten beider Seiten und Zivilisten) kamen zwischen dem 6.–21. April 1945 ums Leben. Von den rund 1450 Gebäuden waren über 45 Prozent schwer beschädigt oder total zerstört worden. Im Innenstadtbereich innerhalb der alten Stadtmauer lag der Zerstörungsgrad bei 95 Prozent. Mehrere Gedenktafeln im wiederaufgebauten Türmersturm zeigen Ansichten vor der Zerstörung und nach dem Wiederaufbau. Crailsheim ist heute Zeitzeuge einer Kreisstadt, wie man sich diese Ende der 40-er, Anfang der 50-er Jahre als moderne Stadt vorgestellt hat.Im Rathaus erinnert eine Gedenktafel an die besondere Verbindung Crailsheims zur Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Hans Scholl wurde in Crailsheim geboren und auch Eugen Grimminger gehörte ihr an. Nach beiden Persönlichkeiten sind heute Schulen in Crailsheim benannt.Die Johanneskirche aus den Jahren 1398 bis 1440 hat die Schlacht um Crailsheim mit vergleichsweise geringen Schäden überstanden. Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung ist der Passionsaltar im Chor mit Altarbildern über vier Szenen der Leidensgeschichte Christi und des Lebens von Johannes dem Täufer. Sie stammen von Michael Wolgemut, einem Lehrer Albrecht Dürers.Am Schlossplatz endete der Stadtrundgang. Hier stand bis Ende des zweiten Weltkriegs das um 1400 erbaute Schloss. Wiederholt war es markgräflicher Witwensitz, gelegentlich diente es auch der Übernachtung von Kaisern und Königen. Ein geplanter Ausbau des Schlosses und der Parkanlagen kam nicht zur Ausführung. Auf dem Areal des Schlosses steht heute das Amtsgericht. Der Baukörper aus dem Jahr 1956 entspricht von den Abmessungen weitgehend dem früheren Schloss. Auf dem Areal des ehemaligen Schlossparks ist heute das Kreiskrankenhaus angesiedelt. Der Kreisvorsitzende Christoph Maschke bedankte sich bei Herrn Förtsch und überreichte ihm ein Weinpräsent. Der zweite Teil der Kreisversammlung fand in der Feuerwache Crailsheim statt. Die Mitgliederzahl im Kreisverband ist weiter leicht gestiegen. Aktuell hat der Kreisverband 191 Mitglieder. Das Durchschnittsalter beträgt 50 Jahre. Mit einer Schweigeminute gedachte man der 3 Kollegen, die seit der letzten Kreisversammlung verstorben sind. Danach berichtete Verbandsgeschäftsführer Harald Gentsch über Aktuelles aus der Verbandsarbeit. Erfreulich ist, dass der letzte Tarifabschluss mit 3,2 % auch auf die Beamten und Ruhestandsbeamten vollumfänglich übertragen wird.Die verfassungswidrige Absenkung der Eingangsbesoldung im gehobenen Dienst wurde zum 01.01.2018 zurückgenommen. Dies ist nur durch Druck auf die Landespolitik und durch Gespräche mit Abgeordneten auf den Kreisebenen erfolgt. Die Absenkung der Eingangsbesoldung wirkte sich ausschließlich auf die Landes- und Kommunalbeamten in Baden-Württemberg aus. Da auf die Einrede der Verjährung seitens des Landes verzichtet wurde, erhalten alle betroffenen Beamten diese Nachzahlung. Leider ist in der Politik nicht angekommen, dass diese Rücknahme kein Entgegenkommen an die Beamtenschaft war, sondern ein längst fälliger Schritt, um eine Ungerechtigkeit gegenüber allen anderen Beamten in der Bundesrepublik Deutschland zurückzunehmen. Dieser Schritt war auch deshalb umso wichtiger, um insbesondere junge Menschen für eine Tätigkeit in den Landes- und Kommunalbehörden gewinnen zu können, denn es bedarf zumindest halbwegs attraktiver Rahmenbedingungen. Gerade in wirtschaftlichen Boomphasen können die Gehälter im öffentlichen Dienst mit den Verdiensten in Wirtschaft und Industrie nicht mithalten.Die Einkommensgrenze für Beihilfeleistungen beihilfeberechtigter Ehegatten wurde von 18.000 Euro auf 10.000 Euro jährlich von der Landesregierung abgesenkt. Auch diese Absenkung war gesetzeswidrig. Das Bundesverwaltungsgericht hat dies entschieden und darüber hinaus, dass eine Grenze insgesamt nicht verfassungskonform ist. Es bleibt aktuell noch abzuwarten, welche Änderung sich hieraus noch entwickelt.Eine leider auch nur baden-württembergische Besonderheit ist die Regelung in der Beihilfe, dass für neu eingestellte Beamte der Beihilfesatz dauerhaft bei 50 % verbleibt, auch in der Familien und Pensionsphase. Das ist ein Nachteil gegenüber Bundes- und den Landes- und Kommunalbeamten anderer Länder. Auch hierdurch könnte es in Zukunft schwieriger werden, ausreichend gut qualifizierte Studienabgänger für die Landes- und Kommunalverwaltungen zu gewinnen.Eine schlechtere work-life-balance für Beamte bedeutet nach wie vor die 41 Stunden-Woche. Es ist schwer zu vermitteln, warum nur die baden-württembergischen Landes- und Kommunalbeamte eine 1 ½ Stunden höhere Wochendienstzeit haben.Eine sog. Mütterrente gab es bisher bei Beamtinnen grundsätzlich nicht, wurde mittlerweile jedoch in Bayern und Sachsen eingeführt. Auf Bundesebene bestehen nun auch Überlegungen, eine solche für Bundesbeamtinnen einzuführen.Problematisch ist aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten das Gehaltsniveau des mittleren Dienstes. Das Eingangsbesoldungsniveau ist insbesondere in den Ballungsräumen mit einem hohen Mietniveau nicht auskömmlich. Die Basis der Besoldung, die einen angemessenen Lebensstandard durch das Alimentationsprinzip sichern soll, greift nicht mehr. Hier ist eine grundlegende Veränderung von Nöten.Diese Aufzählung zeigt, dass eine starke Vertretung gegenüber dem Arbeit- und Gesetzgeber dringend geboten ist, um die Rechte der Beamten zu wahren und zu sichern, die es geben muss, damit Bund und Länder die Rechte und Pflichten für eine insgesamt stabile Gesellschaft durchsetzen können.Insbesondere in Baden-Württemberg ist hier gegenüber der aktuellen Landesregierung noch viel Grundlagenarbeit für einen fairen Umgang mit den Staatsdienern nötig. Der Verband hat in den letzten Jahren durch die unermüdliche und wiederholte Nennung der Fakten bessere Bedingungen bzw. Rücknahmen von Absenkungen angestoßen, die für die Beamtenschaft positive Ergebnisse zur Folge hatten.  Ein ermutigendes Zeichen sei es, dass mittlerweile nahezu alle Studentinnen und Studenten eines neuen Studiensemesters dem Verband beitreten würden.Der Kreisvorsitzende dankte Harald Gentsch für dessen Ausführungen und seinen langjährigen und unermüdlichen Einsatz für die Beamten in Baden-Württemberg. Ein großer Dank erging seitens des Kreisvorsitzenden an die Freiwillige Feuerwehr für die Überlassung der Räume und den Oberbürgermeister der Stadt Crailsheim, Christoph Grimmer, der uns mit einem Imbiss und vielen kühlen Getränken an diesem Nachmittag versorgen ließ. Es herrschten Anfang Juli über 30 Grad. Danach erfolgten die Ehrungen.Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Reinhold Ehmer und Jörg Weckler geehrt. Das 40-jährige Jubiläum konnten Gerhard Dehnke und Wolfgang Ziegler, das 50-jährige Jubiläum konnte Manfred Setzer und das 60-jährige Jubiläum konnte Dieter Häußler begehen. Termin- und krankheitsbedingt war es leider wieder einigen Jubilaren nicht möglich, an der diesjährigen Kreisversammlung teilzunehmen. Neben einer Urkunde und der Anstecknadel des Verbandes erhielten die anwesenden Geehrten noch ein Weinpräsent. Den nicht anwesenden Mitgliedern werden Urkunde und Anstecknadel auf dem Postweg zugesandt.

Einige der diesjährigen Jubilare eingerahmt vom Kreisvorsitzenden Christoph Maschke (links) und dem Verbandsgeschäftsführer Harald Gentsch (rechts).

Nach über 20 Jahren gab der stv. Kreisvorsitzende Paul-Joachim Wagner aus Crailsheim sein Ehrenamt ab. Christoph Maschke dankte ihm für sein langjähriges Wirken und dass er ihn bei der Übernahme des Kreisvorsitzes und bei der Kreisarbeit jahrelang unterstützt habe. Die Organisation der Kreisversammlung wechselte jährlich zwischen dem östlichen und dem westlichen Landkreis.Als neue Stv. Kreisvorsitzende konnte Bürgermeisterin Anja Wagemann aus Fichtenau gewonnen werden und wurde einstimmig gewählt. Der Kreisvorsitzende wurde in seinem Amt erneut bestätigt.  

Von links nach rechts: Verbandsgeschäftsführer Harald Gentsch, Christoph Maschke, Anja Wagemann und Paul-Joachim Wagner

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