Kreisverband Schwäbisch Hall

Christoph Maschke

Kreisverbandsvorsitzender:
Christoph Maschke, Bürgermeister
christoph.maschke@untermuenkheim.de

Nächste Kreisversammlung:
Dienstag, 2. Juli 2019
15:00 Uhr Stadtführung in Crailsheim (Treffpunkt Marktplatz)
16:00 Uhr Kreisversammlung im "Blauen Salon" der Feuerwache I
Gartenstr. 14, Crailsheim

Zur Kreisversammlung 2018 hatte der Kreisvorsitzende Christoph Maschke am 29.10.2018 ins Kochertal nach Braunsbach eingeladen. Zwischen 20 und 25 aktive und Ruhestandsmitglieder waren der Einladung gefolgt. Braunsbach war Ende Mai 2016 landes- und bundesweit in den Schlagzeilen. Die kleine Gemeinde wurde in der Nacht auf den 30.05.2016 von einer heftigen Naturkatastrophe getroffen. Innerhalb weniger Stunden fielen 180 Liter Regen, soviel wie sonst in Monaten. Es war die Nacht, als der Orlacher Bach und der Schlossbach zu reißenden Strömen wurden, in der sich Wasser, Geröll und Holz durch den Ort wälzten, Autos und Gegenstände mitgerissen wurden, Häuser geflutet und damit unbewohnbar waren. Wie durch ein Wunder gab es keine Todesopfer zu beklagen. Nach 30 Minuten war alles vorbei. Aber auch lebenswichtige Infrastruktur wie Wasser, Abwasser und Elektrik war zerstört. Der Braunsbacher Bürgermeister Frank Harsch begrüßte uns auf dem Marktplatz und berichtete über die Unglücksnacht und was danach geschah. Der Sachschaden war beträchtlich. Über 100 Mio. Euro Schaden an privatem und öffentlichem Eigentum hinterließ die rund 300 m lange Lawine aus Schlamm und Schmutz nach dieser Unwetternacht. Dieses Unwetter hat die Menschen im Kochertal zusammengeschweißt. Hilfe war dringend notwendig – und sie kam. Vom Land, vom Landkreis, von Organisationen und Institutionen, aus dem Umkreis von Städten und Gemeinden, von Unternehmen und Firmen, von Menschen, die einfach da waren, um zu helfen. Leider kamen auch Gaffer und Personen, die versuchten, sich zu bereichern. Auch die regionalen Versicherungen waren vielfach vor Ort, um sich um die Anmeldung und Einstufung der Schäden zu kümmern, denn primäres Ziel musste sein, dass die Regulierung schnell und unbürokratisch war und die Anwohner möglichst schnell wieder in ihre Häuser einziehen konnten. Auch seitens der Gemeinde wurde ein Spendenkonto eingerichtet, um an Stellen zu helfen, die nicht versichert oder versicherbar waren. Viele Häuser konnten saniert werden, aber einige Häuser waren so stark beschädigt, dass nur noch ein Abbruch in Frage kam. Das traf leider auch denkmalgeschützte Bauten. Obwohl die Verdolungen der Bäche innerorts enorm ausgeweitet und die Geröllfänge an den Bachläufen massiv erweitert wurden, haben Sachverständige der Gemeinde Braunsbach gegenüber erläutert, dass solch ein Wetterszenario wie im Mai 2016 auch mit der neuen Infrastruktur nicht aufgehalten, sondern nur abgeschwächt werden kann. Dennoch sei man für die Zukunft gut gerüstet. In der Geschichte der Gemeinde wurde solch eine Katastrophe in den letzten 350 Jahren nicht festgehalten. Bei einem Rundgang durch den Ort konnten wir uns ein Bild davon machen, wie hoch Geröll aufgetürmt war, was zerstört wurde und wie man sich daran machte, den zerstörten Ort wieder aufzubauen. Man kannte die Bilder und Videos aus den Medien, aber ein realistisches Bild über die Mengen war erst vor Ort vorstellbar.
Heute – nach 2 ½ Jahren – ist vieles wieder intakt, aber man sieht immer noch Wunden und Baustellen. Hierzu gehört auch die Burgenlandhalle. Die Instandsetzungsmaßnahmen sind noch in vollem Gang und werden erst weit im nächsten Jahr abgeschlossen sein. Braunsbach hat die Möglichkeiten genutzt, im Dialog mit den Bürgern und Behörden die Katastrophe aufzuarbeiten und dort, wo Potentiale zu Verbesserungen möglich waren, diese zu nutzen. Wir wünschen der Gemeinde, dass die Aufbauarbeiten bald abgeschlossen sind und sie sich wieder von ihrer schönen Seite präsentieren darf. Weil öffentliche Räume in Braunsbach noch nicht zur Verfügung stehen, wurde die Kreisversammlung im Bürgerhaus Enslingen, in der Nachbargemeinde Untermünkheim, fortgesetzt. Dort zeigte uns Bürgermeister Harsch noch einen Film von der Unglücksnacht, der Hilfsbereitschaft und den ersten Aufräum- und Sanierungsarbeiten und beantwortete noch gerne weitere Fragen. Der Kreisvorsitzende Christoph Maschke bedankte sich bei seinem Kollegen und überreichte ihm noch ein Weinpräsent. 
Im Anschluss eröffnete er den zweiten Teil der Kreisversammlung mit dem erfreulichen Steigen der Mitgliederzahlen des Kreisverbandes (2017 +11, 2018 +2). Aktuell hat der Kreisverband Schwäbisch Hall 177 Mitglieder. Mit einer Schweigeminute gedachte man der Kollegen, die im vergangenen Jahr verstorben sind. 
Danach berichtete Verbandsgeschäftsführer Harald Gentsch über die Verbandsarbeit und das zurückliegende 125-jährige Jubiläum des Verbands. Ein ermutigendes Zeichen sei es, dass mittlerweile nahezu alle Studentinnen und Studenten eines neuen Studiensemesters dem Verband beitreten würden, allerdings werden die stagnierenden Bewerberzahlen für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst mit Sorge betrachtet. Leider sei die Brisanz der Lage nicht bei den Verantwortlichen in der Landespolitik angekommen. Um junge Menschen für den Staat gewinnen zu können, bedarf es halbwegs attraktiver Rahmenbedingungen. Gerade in wirtschaftlichen Boom-Phasen sind die Gehälter mit den Verdiensten in Wirtschaft und Industrie nicht vergleichbar. Die Finanzministerin rühmt sich mit der Aussage, dass man den Beamten mit der Rücknahme der Absenkung der Eingangsbesoldung entgegengekommen sei. Das sei ein Schlag ins Gesicht eines jeden Staatsdieners, denn mit diesem Schritt wurde lediglich eine Ungerechtigkeit gegenüber den Bundesbeamten und den Beamten anderer Länder wieder rückgängig gemacht. Die Rücknahme ist kein Entgegenkommen. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Ein negativer Ausnahmestatus ist in Baden-Württemberg nach wie vor die abgesenkte Beihilferegelung von jungen Beamten, die sich insbesondere bei Familien negativ auswirkt. 7 bis 8 Mio. Euro wäre der Aufwand gewesen, die Beihilfekürzung von 2013 zurückzunehmen und den Beruf des Beamten attraktiver zu gestalten. Parallel ist es unserer Landesregierung jedoch wert, 20 Mio. € in die Erforschung der künstlichen Intelligenz zu stecken. Es kommt so vor, dass es unserer Landesregierung nicht klar sei, wen sie braucht, um die Regierungsprogramme umzusetzen. Trost komme auf, dass zumindest geplant sei, dass mit den Tarifverhandlungen im Frühjahr auch die Beamtengehälter steigen sollen. Es bleibt zu hoffen, dass die Tariferhöhung vollständig und zeitgleich übernommen wird. In der Vergangenheit waren wir leider anderes gewohnt. Aus der Mitte der Mitglieder wurde angeprangert, dass die Bearbeitungsdauer der Beihilfeanträge oft zu lange dauere. Dies werde mit Personalmangel begründet, obwohl klar sein muss, dass alle Beamten beim Ausgleich der Rechnungen in Vorleistung gehen müssen. Die im Hintergrund dazu noch stehende Aussage der Finanzministerin, dass manches Beamtengehalt durchaus knapp sei, wird zu Recht vom Beamtenbund Baden-Württemberg als verfassungswidrig und als Verstoß gegen das Alimentationsprinzip angeprangert. 
Zum Ende der Versammlung erfolgten die Ehrungen. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Robert Fischer, Tina Hofmann-Meyer und Corinna Pietzykatis geehrt. Das 40-jährige Jubiläum konnten Siegfried Hundt, Volker Plieninger und Gisela Schumm, das 50-jährige Jubiläum konnten Ursula Friedrich und Fritz Walther, das 60-jährige Jubiläum konnte Hartmut Winter und das besondere 70-jährige Jubiläum konnte Ernst Ziegler begehen. Termin- und krankheitsbedingt war es leider einigen der Jubilare nicht möglich, an der diesjährigen Kreisversammlung teilzunehmen. Bekanntgegeben wurde, dass BM i.R. Kurt Häfele schon seit 84 Jahren unserem Verband die Treue hält. Neben Urkunde und der Anstecknadel des Verbandes erhielt der anwesende geehrte Robert Fischer noch ein Weinpräsent. Den nicht anwesenden Mitgliedern werden Urkunde und Anstecknadel auf dem Postweg zugesandt.

Jubilarehrung (von links): Verbandsgeschäftsführer Harald Gentsch, stv. Kreisvorsitzender Paul Joachim Wagner, Robert Fischer (25 Jahre Mitglied) und Kreisvorsitzender Christoph Maschke


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