Kreisverband Neckar-Odenwald-Kreis

Ernst, Christian

Kreisverbandsvorsitzender:
Christian Ernst, Bürgermeister
christian.ernst@hassmersheim.de

Nächste Kreisversammlung:
2027

Führung des Kreisverbandes Neckar-Odenwald-Kreis wird jünger und weiblicher
 
Am 18.03.2026 eröffnete der Kreisverband Neckar-Odenwald-Kreis die 2026er Kreisversammlungen des Verbandes der Verwaltungsbeamten Baden-Württemberg e.V. Tagungsort war die südlichste Gemeinde des Kreises, Haßmersheim. Bürgermeister und Verbandsmitglied Christian Ernst hatte den neuen Sitzungssaal des Rathauses zur Verfügung gestellt.
Kreisvorsitzender Wolfgang Baur konnte 11 Mitglieder, darunter den Bezirksvorsitzenden  Regierungsbezirk Karlsruhe, Bürgermeister Joachim Weschbach, und die Bürgermeister Christian Ernst (Haßmersheim) und Jens Wittmann (Fahrenbach) sowie vier von sechs Jubilaren begrüßen. Besonders erfreulich war auch die Teilnahme von zwei jungen Verbandsmitgliedern, die während ihrer Hochschulzeit dem Verband beigetreten waren.
Herzlich willkommen geheißen wurde VdV-Geschäftsführer Tilman Schmidt. Trotz des Risikos von Zugausfällen und Verspätungen traute er sich, ökologisch vorbildlich mit dem ÖPNV nach Haßmersheim zu kommen. An- und Abreise verliefen zum Glück reibungslos.
Zunächst gedachten die Anwesenden mit einer Schweigeminute der seit der letzten Versammlung verstorbenen langjährigen Mitglieder Walter Vogel und Achim Walter. Bis zu seinem plötzlichen Tod am 1.7.2025 war Achim Walter Bürgermeister der Nachbargemeinde Obrigheim und langjähriger stellvertretender Kreisvorsitzender.
Im Anschluss stellte Bürgermeister Christian Ernst den Anwesenden in einem lebendigen Vortrag „seine“ Gemeinde Haßmersheim und ihre aktuellen kommunalpolitischen Entwicklungen und Herausforderungen vor. Die Gemeinde liegt am westlichen Neckarufer zwischen Mosbach und Gundelsheim. Seine Geschichte ist eng mit der Neckarschifffahrt verbunden, was auch zu ihrem Beinamen „Schifferdorf“ auf den Ortsschildern geführt hat. Haßmersheim hat einschließlich seiner Ortsteile Neckarmühlbach und Hochhausen rd. 5200 Einwohner mit steigender Tendenz.
Durch seine unmittelbare Nachbarschaft zum Landkreis Heilbronn und seine Beliebtheit als Wohngemeinde mit hervorragender Infrastruktur in Form von Kitas, Schulen, zwei Bädern, vielseitigen Freizeit- und Vereinsangeboten sowie guter Verkehrsanbindung an Schiene und Bundesstraße B27 hat Haßmersheim mit ca. 260 €/m2 die höchsten Bauplatzpreise im Neckar-Odenwald-Kreis.
Größte neue Infrastrukturmaßnahme der Gemeinde ist der gerade begonnene Bau einer Ortsumfahrung. Ziel ist die Reduzierung des Durchgangsverkehrs durch den Ortskern und damit auch der Lärm- und Umweltbelastungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Weitere Großmaßnahmen waren bzw. sind die Vermarktung des Neubaugebietes Nord III, die Ansiedlung eines REWE-Marktes und einer Seniorenwohnanlage sowie der Neubau der sechsgruppigen Kindertagesstätte „Neckarburg“ nach Übernahme aller Kindertagesstätten in kommunale Trägerschaft. In unmittelbarer Nähe dazu entsteht derzeit der Wohn- und Geschäftskomplex „Herz von Haßmersheim“ mit 27 barrierefreien Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten. Besonders stolz ist die Gemeinde auf ihre Sammelstelle für Altspeiseöle, die erste ihrer Art im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis. Das Öl wird recycelt und zu Biokraftstoff verarbeitet.
An den Vortrag von Bürgermeister Ernst schloss sich die Ehrung langjähriger Verbandsmitglieder an. Von sechs zu ehrenden Mitgliedern konnten erfreulicherweise vier ihre Ehrenurkunden und -nadeln sowie die obligatorische Tüte Wibele persönlich von Verbandsgeschäftsführer Schmidt entgegennehmen. Vom Kreisvorsitzenden Wolfgang Baur gab es außerdem je ein Weinpräsent. Für 50 Jahre Mitgliedschaft im VdV wurden Alfred Kurz, Gerd Mayer und Edgar Müssig ausgezeichnet. Nochmals 10 Jahre mehr, nämlich stolze 60 Jahre, gehört BM a. D. Roland Zimmermann dem Verband an. Die leider terminlich verhinderte Jubilarin Christa Krüger erhielt ihre Urkunde und Ehrennadel für 50 Jahre Mitgliedschaft auf dem Postweg.
Verbandsgeschäftsführer Tilman Schmidt stellte in seinem engagierten Vortrag den aktuellen Stand der verbandspolitischen (Dauer-)Themen vor. In der anschließenden Diskussion nahmen die beamtenpolitischen Auswirkungen des etwas überraschenden Landtagswahlergebnisses auf die Zukunft des Berufsbeamtentums, die Pensionen und die private Krankenversicherung größeren Raum ein. Die Chancen für eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von derzeit 41 Stunden stuft Tilman Schmidt als geringer denn je ein. Deshalb bemüht sich der Verband weiter um ein Lebensarbeitszeitkonto. Auch hier gilt es, ausdauernd ein dickes Brett zu bohren.
Die Anwesenden äußerten die Erwartung einer baldigen gesetzgeberischen Umsetzung der zeit- und inhaltsgleichen Übernahme des Tarifergebnisses der Angestellten für die aktiven Beamten und Versorgungsempfänger. Tilman Schmidt berichtete auch von zunehmenden Aktivitäten der Gewerkschaft Verdi an den Hochschulen in Kehl und Ludwigsburg, Nachwuchsbeamte als Mitglieder zu gewinnen und der Notwendigkeit, dass sich der VdV dort wirkungsvoll präsentiert. Seine Beobachtung wurde von Verbandsmitglied Lars Schmitt, der im ASTA der Hochschule Kehl aktiv war, bestätigt. Ein immer größer werdendes Problem ist die Nachwuchsgewinnung für die Kommunalverwaltungen, die immer häufiger auf berufsfremde Kandidaten zurückgreifen und vergütungsmäßig an äußerste Grenzen gehen müssen, was zu Konflikten mit langjährigen Mitarbeitenden führt. In diesem Zusammenhang wiesen sowohl Verbandsgeschäftsführer Schmidt als auch die anwesenden Bürgermeister auf die Notwendigkeit der Bereitstellung von Praktikumsstellen in den Kommunalverwaltungen für die Ausbildung im gehobenen Verwaltungsdienst hin.
Bereits bei der Kreisversammlung 2024 hatte der bisherige Kreisvorsitzende Wolfgang Baur angekündigt, sein Amt 2026 nach 14 Jahren in jüngere Hände abgeben zu wollen. Gleiches galt auch für den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Reinhold Berberich. Die Wahlleitung für die erforderliche Neuwahl des Kreisvorstandes übernahm VdV-Geschäftsführer Schmidt. Zur Übernahme des Kreisvorsitzes erklärte sich Bürgermeister Christian Ernst und für die Stellvertretung die Obrigheimer Kämmerin Selina Meixner bereit. Die Wahlen erfolgten jeweils einstimmig. Damit erfüllte sich der Wunsch des bisherigen Kreisvorsitzenden, den Vorsitz des Kreisverbandes, in dem die Kolleginnen mit 52 % ein leichtes Übergewicht haben, zu verjüngen und auch eine Frau für die Führungsebene zu gewinnen.
Nach der Neuwahl des Kreisvorstandes bedankte sich Tilman Schmidt bei Wolfgang Baur und Reinhold Berberich für ihr langjähriges Engagement im VdV-Kreisverband Neckar-Odenwald-Kreis mit einem „guten Tropfen“ und der blauen VdV-Signalweste.
Mit dem Dank an den VdV-Geschäftsführer und die erschienenen Mitglieder für ihr Kommen und den lebhaften Meinungsaustausch sowie Bürgermeister Christian Ernst für seine Einladung nach Haßmersheim beendete Wolfgang Baur „seine letzte“ Kreisversammlung.


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