Kreisverband Rems-Murr-Kreis

Dieter Zahn

Kreisverbandsvorsitzender:
Dieter Zahn, Bürgermeister
d.zahn@sulzbach.de

Nächste Kreisversammlung
Donnerstag, 17. Oktober 2019

Kreisversammlung 2018

Personal wird benötigt, aber es soll nichts kosten. Bereits seit vielen Jahren wird immer wieder über Aufgabenabbau gesprochen, aber stattdessen wurden es in der Vergangenheit immer mehr Pflichten und Anforderungen. Die Politik vergisst, so die Kolleginnen und Kollegen bei der Kreisversammlung des Verbands der Verwaltungsbeamten, dass durch die Sparpolitik die Entwicklung der Löhne in der freien Wirtschaft und bei der Beamtenbesoldung zwischenzeitlich in zweistelliger Prozenthöhe auseinander klafft. Von der Axt zur Motorsäge - Weltmarktführer Stihl: technologischer Wandel von Benzin zu Akku-Technologie Bevor die Kolleginnen und Kollegen sich zur Kreisversammlung trafen, konnten 60 Personen eine Führung durch die Firma Andreas Stihl AG Co. KG im Werk 2 Waiblingen-Neustadt genießen. Dazu verwies VdV-Kreisvorsitzender Dieter Zahn auf die Berührungspunkte der Gemeinde Sulzbach zur Firma Stihl, da aus dem Sulzbacher Gemeindewald Holz geliefert wird. Die Unternehmensgruppe Stihl entwickelt, fertigt und betreibt motorbetriebene Geräte für die Forst- und Landwirtschaft, Landschaftspflege und Bauwirtschaft. Dr. Michael Prochaska, Vorstand Personal & Recht, Zentrales Management, erläuterte der interessierten Teilnehmerschaft das Traditions-Familienunternehmen in dritter Generation. Die Unternehmensstruktur wird im Sinne von Firmengründer Andreas Stihl weitergeführt ("den Menschen die Arbeit mit und in der Natur erleichtern") und beinhaltet partnerschaftliches Miteinander von Führung, Familie und Beruf. Ausbildung und Fortbildung wird groß geschrieben (107 Plätze pro Lehrjahr und 100 % Übernahme), fast 200 Arbeitszeitmodelle und freiwillige Sozialleistungen (Mitarbeiterpension, Erfolgsprämie). Intern werden 75 % der Führungspositionen rekrutiert. 20 % beträgt der Frauenanteil, was in der Elektroindustrie eine gute Quote darstellt. Der Umsatz der innovativen Firma hat sich von 2002 mit 1,6 Mill. auf ca. 3,8 Mill. Euro in 2017 erhöht, die Eigenkapital-Quote der Firma beträgt 70 %. Weltweit auf fünf Kontinenten sind knapp 16.000 Mitarbeiter, davon ca. 4.900 Arbeitnehmer in Deutschland, beschäftigt. Im Werk Waiblingen arbeiten über 3.600 Mitarbeiter und in 160 Ländern gibt es über 150.000 Händler. Stihl ist der einzige Hersteller, der die Ketten für die Sägen selbst herstellt und zwar in der Schweiz. Produktstätten befinden sich in Deutschland, Schweiz, USA, Brasilien, Österreich, China und Philippinen. Zahn dankte den Herren Michael Prochaska und Stefan Caspari für die Möglichkeit, Einblick in das vor über 90 Jahren gegründete Unternehmen zu bekommen. Während der Werksführung lauschten die Gäste dann gespannt den Ausführungen von Andreas Schilling und Manfred Fischer. Sicherheit hat höchste Priorität und viele Produkte werden, soweit möglich, im Hause Stihl hergestellt (Fertigungstiefe / Ziel: unabhängig von Lieferanten). In der Regel läuft ein 2-Schichtbetrieb und an 18 Bändern wird gearbeitet. Fahrerlose Wagen bringen Material an die entsprechenden Arbeitsplätze. Alle Arbeitsschritte der Produktarbeiten werden auf einem Chip gespeichert. Lauter interessante Begriffe wie Kurbelwellenmontage, Führungsschienen, Kolben, Zylinder, Kettenbremse, Ölnebel, Spannung, Spule, Steinkühler-Pause, Produktcenter, Kunststofffertigung, Spritzguss oder automatische Prüfbox schwirrten durch die Besuchergruppe.

Vorstandsmitglied Dr. Michael Prochaska bei seinen Ausführungen

In der anschließenden Kreisversammlung erläuterte Bürgermeister Dieter Zahn, dass dem Verband der Verwaltungsbeamten Baden-Württemberg derzeit ca. 7.000 Kolleginnen und Kollegen angehören. Der Rems-Murr-Kreis gehört mit über 400 Mitgliedern zum drittgrößten Kreisverband. Dieter Zahn gedachte hierbei auch der verstorbenen Mitglieder. In seinem Rückblick ging er auf verschiedene Aktivitäten, Sitzungen und Gespräche ein. Der Kreisvorsitzende betonte, je stärker der Verband ist, je größer ist die Möglichkeit, Gehör zu finden. Hierbei dankte Zahn dem Verbandsgeschäftsführer Harald Gentsch auch für dessen Bereitschaft, die Kollegenschaft und Bürgermeister im Kreis zu informieren. Sind doch, so Zahn, Beamte der Garant des Staates. Die Aussagen der Landesregierung zeugen dem gegenüber von einer mangelnden Wertschätzung der Beamtenschaft. Bereits seit Jahren ist ein Fachkräftemangel zu verzeichnen, da die freie Wirtschaft den gut ausgebildeten jungen Menschen ein höheres Gehalt zahlen kann. Das Land spart trotz hoher Einnahmen weiter beim Personal und Zahn verweist u.a. auf Beihilferegelungen, die 41 Std.-Woche und die verschobene Besoldungserhöhung. Trotz hohem Haushaltsüberschuss gibt es von der Landesregierung bis jetzt keine positiven Signale für eine Verringerung der derzeitigen Wochenarbeitszeit von 41 Stunden für Beamte, so der Verbandsgeschäftsführer BM a.D. Harald Gentsch. Er sprach u.a. die Bundestagswahl, die verschobene Gehaltserhöhung aus der letzten Tarifrunde und die Kostendämpfungspauschale bei der Beihilfe an. Der Landeshaushalt wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgeglichen. Im Vergleich Pensionen und Renten bleibt zudem unberücksichtigt, dass in die Rentenkasse nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze die Beiträge der Arbeitnehmer einfließen, während bei den Beamten, vom Minister bis zum einfachen Dienst, alle erfasst sind. Außerdem haben viele Beamte eine höhere Ausbildung (Studium usw.) abgeschlossen. Auch werden Betriebsrenten nicht in den Vergleich mit einbezogen. Der Verband setzt sich dafür ein, so Gentsch, dass das nächste Ergebnis im Tarifbereich für Beamte zeitgleich übertragen wird und verweist auf das Beispiel im Bund und in Bayern. Eine amtsangemessene Alimentation und das Abstandsgebot wird in Baden-Württemberg - trotz hoher Steuereinnahmen - nicht beachtet. Es ist außergewöhnlich, dass heute ein Verband an Mitgliedern zunimmt, so Verbandsgeschäftsführer Harald Gentsch, und es zeige, dass die Jugend erkannt habe, wie wichtig ein Berufsverband ist.
Zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Dieter Zahn nahm Gentsch die Ehrungen vor. Ausgezeichnet wurden: für 70 Jahre Verbandszugehörigkeit Alfred Entenmann (langjähriger Landtagsabgeordneter) und Alfred Müller; für 60 Jahre Verbandszugehörigkeit Rudi Albrecht, Gideon Beutler, Bernd Fischer, Heinz Klumbach, Horst Schneider und Hans Seeger; für 50 Jahre Verbandszugehörigkeit Rainer Deuschle, Waldemar Fuderer, Werner Nägele, Helmut Pinske, Bernhardt Schwaderer, Erwin Wägerle; für 40 Jahre Verbandszugehörigkeit Iris Friedrich, Frank Geißler, Paul Hug, Hermann Keyenburg; für 25 Jahre Verbandszugehörigkeit Werner Melzer und Ralf Oettle.

Helga Übelmesser-Larsen

Die stattliche Anzahl der diesjährigen Jubilare, eingerahmt vom Kreisvorsitzenden Dieter Zahn (rechts) und Verbandsgeschäftsführer Harald Gentsch (links).


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