Kreisverband Rems-Murr-Kreis

Klaus Kehl

Kreisverbandsvorsitzender
Klaus Kehl
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Kellereibesichtigung mit Wein-Philosophie ergänzte die sehr gut besuchte Kreisversammlung mit Ehrungen und Wahlen – Leistung der Beamten wird oft nicht gesehen und geschätzt

Wissbegierige Beamte schauten im Herbst über den Tellerrand und interessierten sich für besondere Handwerkskunst und Erkenntnisse der Weinbereitung und besuchten dazu die Remstalkellerei in Weinstadt-Beutelsbach.
Die Kreisvorsitzende Helga Übelmesser-Larsen begrüßte über 40 Teilnehmer und Kellermeister Max Maier führte in den Wein-Keller. Er ging auf die Ursprünge der Remstalkellerei 1940 ein und erläuterte den 1956 erstellten jetzigen Bau. Damals waren 21 Ortsgenossenschaften angeschlossen. Die Kellerei mit 700 Mitgliedern umfasste 1980 etwa 900 Hektar, heute sind es 285 Hektar mit 2,3 Millionen Liter Wein. Der Kellermeister ging auf die Pflege der Traube bis zur Vermarktung der Weine ein. Er erläuterte die Verarbeitung von Traubensaft und dass um 1800 ein Mönch feststellte, wie bei Vergärung und Säure Sekt entstand. Heute wird mit besonderen Verfahren auch alkoholfreier Sekt und Wein hergestellt.

Weiter ging es in den Abfüllkeller, wo der Wein von trocken bis süffig eingestellt (alles steril ohne Luftzufuhr) wird. In der automatisierten Abfüllanlage im Flaschenkeller sind nur 2 bis 3 Personen zur Weinkontrolle und Einhaltung der Grenzwerte beschäftigt. Weine werden heute überwiegend im Schraubverschluss verkauft. Über 650.000 Flaschen sind derzeit eingelagert und bis 4 Millionen wären machbar. Für die Kühlung wird viel Wasser verbraucht. Die Besichtigung des größten Holzfasskellers Württembergs mit 650.000 Litern beeindruckte die VdV-Mitglieder. Dazu kommen 100 Holzfässer mit 50 bis 16.000 Liter. Bei guter Pflege können die Fässer 100 Jahre im Gebrauch sein. Der Kellermeister ging auch auf Barrique Weine ein, die im Eichen-Holzfass reifen und beantwortete Fragen der Besucher.

Bei der anschließenden Kreisversammlung im Trollinger Saal wies Weinstadts Oberbürgermeister Michael Scharmann darauf hin, dass die Remstalkellerei und die Weinberge die Kulturlandschaft prägen. Jeder gute Wein erzählt seine Geschichte. Ein großes Holzfass ist dem früheren Oberbürgermeister Jürgen Hofer gewidmet. Die Weinkultur ist im Umbruch und viele Rebflächen wurden aufgegeben.
Er gab einen Überblick über Weinstadt mit 27.000 Einwohnern, seit 50 Jahren große Kreisstadt mit fünf Ortschaften, zwei Weilern und 31.000 qm Gebietsfläche.
Für die Stadt ist derzeit die Haushaltsaufstellung mit öffentlichen Einrichtungen ein großes Problem. In diesem Zusammenhang dankte Oberbürgermeister Scharmann den Verwaltungsbeamten und betonte, ihre Leistung werde oft nicht gesehen und wertgeschätzt.
Die Kreisvorsitzende Helga Übelmesser-Larsen konnte einige aktive und ehemalige Bürgermeister willkommen heißen, so auch den früheren Verbandsvorsitzenden BM a. D. Jochen Müller.
Anschließend gedachten die Anwesenden der verstorbenen Mitglieder Paul Hug, Karl-Heinz Nüßle, Leo Pechan, Manfred Rieger und Reiner Wegst.

Zur öffentlichen Diskussion und Behauptung, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst viel Geld für wenig Arbeit bekommen, zitierte sie den Vorsitzenden des Deutschen Beamtenbunds Volker Geyer „Niemand würde ernsthaft behaupten, dass Polizisten oder Lehrer einen entspannten Job haben“, und „Wenn man die getragene Verantwortung und die nötige Ausbildung bedenkt, ist die Bezahlung einfach nicht konkurrenzfähig mit der freien Wirtschaft. Auch die Karrierechancen und Arbeitsbedingungen sind oft schlechter."
Verbandsgeschäftsführer Tilman Schmidt wies bei seiner berufspolitischen Rundschau auf eine positive Mitgliederentwicklung des Verbands hin. Außerdem erläuterte er, dass die Beamten in Baden-Württemberg immer noch nicht die geforderte Arbeitszeitverkürzung erhielten. Baden-Württemberg hat als einziges Bundesland noch die 41-Stunden-Woche. Weiter streifte er die lange Beihilfe-Bearbeitungszeit, Änderungen bei den Beihilfeleistungen (Zahnersatz, Nahrungsergänzungsmittel), Kostendämpfungspauschale, digitale Verwaltungszeitung und Rechtsberatung. Zu den Tarifverhandlungen und Umsetzung auf die Beamten befürchtete er, dass es wieder Sockelbetragslösungen geben wird. Der Beamtenbund BW verlangt zwingend für die Beamten im Land eine Umrechnung auf lineare Erhöhungen, beim letzten Abschluss hatte es nicht geklappt.

Helga Übelmesser-Larsen und Klaus Kehl sowie VdV-Verbandsgeschäftsführer Tilman Schmidt, nahmen die Ehrungen mit Urkunde, Ehrennadel und Präsent vor.

Auf das seltene Jubiläum von 70 Jahren können zurückblicken:
Walter Schmitt, Gotthilf Walker und Gerhard Wengert.
 
Für 60 Jahre Treue zum Berufsverband konnten ausgezeichnet werden:
Bernd Brischke, Paul Heser, Klaus Klaiber, Gerhard Mäule, Werner Rentschler, Franz Stark, Dietmar Teich und Erich Trefz.
 
Die Goldene Ehrennadel für 50 Jahre ging an:
Dietmar Goldmann, Roland Kugler und Karl Röger,
Die Silberne Ehrennadel für 40 Jahre ging an:
Eva Baumstark und Roswitha Ratgeb.
 
Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt:
Matthias Essig und Gerhard Lepschy.
 
Nachdem Helga Übelmesser-Larsen das Amt aus persönlichen Gründen wieder in jüngere Hände geben wollte, wurde Klaus Kehl einstimmig zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Stellvertreterinnen sind künftig Helga Übelmesser-Larsen und Dorothea Hauser.


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